Baugebiet am falschen Platz

Schließlich ist der Ort völlig ungeeignet für ein Baugebiet. Würden wir eine grundsätzliche städtebauliche Planung zu Rate ziehen, die nicht die Interessen von Investoren bedient, so käme kein Mensch auf die Idee, ausgerechnet zwischen einer Bahnstrecke und einer Bundesstraße oberhalb von zwei Tankstellen ein Baugebiet zu errichten. Auch wäre es völlig abwegig, ein neues Baugebiet ohne Anschluss an vorhandene Bebauung zu planen.

Ein Baugebiet soll nicht abseits sein und zur Ghettobildung anregen, sondern immer wie ein ergänzter Bestandteil der vorhandenen Bebauung wirken.

Probleme wie die des Grundschulbesuchs werden momentan ganz einfach ausgeblendet. Die Kinder müssten nach Traisa gehen, weil das Baugebiet nördlich der Odenwaldstraße liegt. Der Schulweg wäre an der Einmündung der Nieder-Ramstädter Straße in die Odenwaldstraße ausgesprochen gefährlich, das Elterntaxi würde genutzt. Überdies ist die Traisaer Grundschule heute bereits an ihrer Kapazitätsgrenze und angelangt sollte nicht wegen des neuen Baugebiets etwa am Schwimmbad neu errichtet werden müssen.

Einkaufsmöglichkeiten sind nicht vorhanden, reicht die Ver- und Entsorgung mit Wasser usw.? Wir meinen auch, dass all dies erst geklärt sein muss, bevor der Startschuss für ein solches Mammutprojekt gegeben werden kann.

Unterschriftenblatt

Natur leidet

Das Areal hinter dem Bahnhof entstand ursprünglich als Abraumhalde des Steinbruchs. Hier wurden verschiedenste Steine und andere Materialien aufgeschüttet, über die wenig bekannt ist. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Abgeschiedenheit eine schützenswerte Natur mit Wald angesiedelt.

Die Wurzeln schützen die losen Steine vor Abrutschen. Der benachbarte Steinbruch unterliegt heute dem europarechtlichen Schutz Natura 2000.

Über das Mittelbachtal gelangt Frischluft nach Nieder-Ramstadt, was gerade in den heißer werdenden Sommern sehr wichtig ist. All diese natürlichen Lebensgrundlagen würden geopfert. Darüber können auch grün angelegte Werbepläne nicht hinwegtäuschen, denn die Bebauung soll nun einmal zehn Meter hoch werden und wäre ausgesprochen weitläufig.

Unterschriftenblatt

Parkplatznot am Bahnhof

Der Bahnhof Mühltal ist heute bereits sehr gefragt. Im Gegensatz zu anderen Orten liegt er nicht im Ortskern, sondern ganz nah an einer Bundesstraße. Fahrgäste, die mit dem PKW an den Bahnhof fahren, belasten somit keine innerörtlichen Wohngebiete. Das sind beste Voraussetzungen, um den Bahnhof auszubauen.

Weitere Parkplätze wird es aber nicht geben können, wenn das Areal bebaut wird. Zwar soll es einige neue Parkplätze geben. Wir müssen jedoch annehmen, dass mit dem Baugebiet die bestehenden Parkplätze am Wegesrand entfallen und dass die Parkplätze von den Nutzern des Baugebiets in Anspruch genommen werden.

Wir meinen, dass gerade in Zeiten des Klimawandels dem zukunftsorientierten Ausbau des Bahnhofs Priorität eingeräumt werden muss. Das Baugebiet steht dem entgegen.

Unterschriftenblatt

Mit Baugebiet kein Bus zum Bahnhof

Im vergangenen Jahr hat die Nahverkehrsorganisation DADINA vorgeschlagen, eine neue Buslinie „PE“ von Eberstadt aus über den Kühlen Grund unmittelbar an den Bahnhof Mühltal einzurichten. Der Umwelt-, Entwicklungs- und Bauauschuss hat der Planung für die gesamte Gemeindevertretung am 28. Februar 2019 einstimmig zugestimmt, wobei der Bus über Nieder-Ramstadt und anschließend nach Möglichkeit über die Alte Darmstädter Straße in Trautheim geführt werden soll. Damit sollen die Ortsteile direkt an den Bahnhof angeschlossen werden.

Ein Bus, der den Bahnhof direkt anfahren soll, benötigt dort eine Wendeschleife. Der Platz ist zwar vorhanden, soll aber nach der Planung für die Investoren genutzt werden. Sie wollen am Bahnhof eine möglichst große Fläche bebauen. Daher kann es mit dem Baugebiet keinen Bus geben, der den Bahnhof wie von der DADINA vorgeschlagen unmittelbar anfährt.

In unseren Zeiten des Klimawandels werden wir auch durch die Politik aufgefordert, auf den eigenen PKW zu verzichten. Wir sollen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mehr nutzen, den die Politik nach ihren Sonntagsreden weiter ausbauen will. Daher halten wir es für völlig falsch, eine solche Chance für eine wirklich attraktive Mühltaler Bahn- und Busverbindung zu verwerfen, um allein den Interessen von auswärtigen Investoren zu dienen.

Unterschriftenblatt

Baugebiet am Bahnhof?

Am 19. Mai 2020 hat die Gemeindevertretung mit Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP einen Aufstellungsbeschluss gefasst, der hinter dem Bahnhof 120 Wohneinheiten vorsieht. Die Fraktionen FUCHS, Mühltaler, Linke und die Gemeindevertreter Bernd Schönrock (FDP) und Dr. Thomas Rehahn (Grüne) stimmten gegen das Baugebiet. Auch der Ortsbeirat Traisa war dagegen.

Die Initiative Verkehrswende und Naturschutz (IVuN) hält das Projekt von Darmstädter Investoren aus mehreren Gründen für falsch. Daher haben wir das Bürgerbegehren ins Leben gerufen.

Unterschriftenblatt

Bürgerbegehren jetzt

Die Mühltaler Initiative Verkehrswende und Naturschutz bittet zur Teilnahme am Bürgerbegehren

Für zukunftsfähigen öffentlichen Personenverkehr für einen attraktiven Bahnhof für Naturschutz und gegen ein Baugebiet am falschen Ort

Damit es zu einem Bürgerentscheid über die Bahnhofsbebauung kommt, müssen 1.094 Unterschriften bis zum 13. Juli 2020 zusammenkommen.

Jede Unterschrift zählt!

Abgabeschluss: 13. Juli 2020!

Unterschriftenblatt

Über uns

Die Initiative Verkehrswende und Naturschutz (IVuN) ist eine überparteiliche Vereinigung Mühltaler Bürgerinnen und Bürger, die sich für die natürlichen Lebensgrundlagen vor Ort einsetzt. Die Verkehrswende ist ein Ziel, der Naturschutz ein weiteres.

Die von der politischen Mehrheit beabsichtigte Bebauung des Bahnhofsareals steht der Verkehrswende und dem Naturschutz diametral entgegen. Daher haben wir ein Bürgerbegehren ins Leben gerufen. Die Bevölkerung soll die Möglichkeit erhalten, über die Bahnhofsbebauung selbst abzustimmen.

Die IVuN wird von zahlreichen anderen Mühltaler Vereinigungen unterstützt, darunter vom NABU, der Initiative Pro Walderhalt und dem Steinbruchverein.

Unterschriftenblatt